Ein goldener Stecker für die fleißigsten Klimaschützer

28 städtische Schulen und 12 Kindertagesstätten haben sich im vergangenen Schuljahr am städtischen Projekt „energieLux - Klimaschutz in Leverkusener Schulen und Kindergärten“ beteiligt. Zum sechsten Mal zeichneten die Kooperationspartner Stadtverwaltung und Förderverein NaturGut Ophoven die Einrichtungen aus, die sich am fleißigsten für den Klimaschutz eingesetzt und Kosten gespart haben. Dazu gehört nicht nur das Energiesparen, sondern auch das Mülltrennen und -vermeiden. Denn auch damit können Kosten und CO2 eingespart werden.
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Der Leverkusener Schuldezernent Marc Adomat und Britta Demmer vom NaturGut Ophoven überreichten am Dienstagmorgen in der Kita Dhünnstraße 12c „vergoldete“ Stecker an die drei Sieger. Mit 83 Punkten hat die Hans-Christian-Andersen-Grundschule aus Hitdorf die meisten Aktionen zum Klimaschutz durchgeführt. Auch die Gesamtschule Schlebusch wurde in diesem Jahr wieder geehrt, denn sie schaffte es, ihren Müll so zu reduzieren, dass ein Restmüllcontainer abgeschafft werden konnte. „Das spart der Stadt jährlich 3000 Euro ein“, so Marc Adomat.Einen weiteren goldenen Stecker erhielt die Kita Dhünnstraße 12c aus Wiesdorf. Mit zahlreichen Aktionen sensibilisierten die Erzieherinnen die Kleinen zum Ressourcensparen. Zum Beispiel gehen kleine „Umweltpolizisten“ regelmäßig von Gruppe zu Gruppe und kontrollieren, ob kein Strom verschwendet wird und der Müll richtig getrennt ist. Aus alten Plastikverpackungen nähten die Kinder kleine Taschen. Mit der energieLux-Prämie vom Vorjahr hatte die Einrichtung eine Kindernähmaschine angeschafft. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass Klimaschutz hier seit Jahren fest im Kindergartenalltag verankert ist“, erklärte Britta Demmer, Koordinatorin des energieLux-Projektes. Im Juni 2012 wurde das Energiesparprojekt eingeführt, das umweltpädagogische Aktivitäten genauso belohnt wie nachgewiesene Sparergebnisse. Für beide Anstrengungen wird eine Prämie vergeben. Die drei Einrichtungen, die besonders viele Aktionen zum Klimaschutz und Mülltrennen und -vermeiden durchgeführt haben, erhalten neben ihrer energieLux-Prämie zusätzlich 500 Euro.Alle teilnehmenden Schulen und Kindergärten haben zusammen 2,8 Prozent weniger Strom und 1,7 Prozent weniger Wasser verbraucht als im Vorjahr, dafür 0,8 Prozent mehr Heizenergie. „Das ist trotz der kleinen Steigerung beim Heizenergieverbrauch ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Kinder bereits seit sechs Jahren dabei sind, so viel Energie und Ressourcen zu sparen wie möglich. Irgendwann haben wir die Obergrenze erreicht“, so Britta Demmer vom NaturGut Ophoven. Dann gelte es, das Niveau zu halten.Das Umweltbildungszentrum koordiniert das Projekt und führt pädagogische Maßnahmen in den Schulen und Kindergärten durch. In allen Schulklassen beispielsweise werden Energiesprecher gewählt, die vom NaturGut-Team geschult werden. Sie achten darauf, dass richtig und effizient gelüftet wird, und das Licht nur dann angeschaltet werden soll, wenn es wirklich nötig ist. So genannte E-Teams spüren gemeinsam mit dem Hausmeister Energielecks im Gebäude auf und während einer Temperaturmesswoche überprüfen die Schulen und Kindergärten, ob die Heiztemperatur 20 Grad Celsius nicht übersteigt.

Planspiel: 74 Leverkusener Schülerinnen und Schüler erstellen Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz

Am Freitag drehte sich im Rathaus alles um das „Klima“ aus Anlass der Welt-Klimakonferenz in Kattowitz (3.-14.12.2018). 74 Schülerinnen und Schüler der Realschule am Stadtpark, des Landrat-Lucas-Gymnasiums und der Gesamtschule Schlebusch erarbeiteten im Rahmen eines Planspiels wie CO2 und andere Treibhausgase im Bereich Mobilität, Wirtschaft und Verwaltung in Leverkusen reduziert werden können.

Carla Benecke ist mit 13 Jahren eine der jüngsten Teilnehmerinnen. Sie wurde per Zufall der fiktiven Partei „Soziale Demokraten“ zugewiesen. Sie schlüpfte gerne in ihre Rolle als Stadträtin und war begeistert von dem Rollenspiel. „Wir diskutieren sehr ernsthaft über die Möglichkeiten den Klimaschutz in Leverkusen voranzubringen.“ Das habe ganz besonders die professionelle Atmosphäre ausgemacht, so die Schülerin. Oberbürgermeister Uwe Richrath begrüßte die Schülerinnen und Schüler im Ratssaal, bevor sich die einzelnen Fraktionen in den Besprechungsräumen Dhünn, Wupper und Rhein zu Beratungen zurückzogen. Ziel war die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Leverkusen genau unter die Lupe zu nehmen und eventuell Änderungen und Verbesserungen vorzuschlagen.

Im Bereich Mobilität gab es viele Ideen: Die Sanierung der Radwege, die Umstellung der Straßenbeleuchtung, Radgaragen neben Schulen und vor allem die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Busse sollten klimatisiert und in einem häufigeren Takt fahren, so der Wunsch gleich zweier Parteien. Die sozialdemokratische Fraktion schlug vor, den Öffentlichen Nahverkehr in den Wintermonaten kostenlos zu gestalten. Das sei nicht so teuer wie ganzjährig und führe dazu, dass die Bürger im Sommer mit dem Fahrrad fahren würden, so der Fraktionsvorsitzende. Sein ungewöhnlicher Vorschlag erhielt leider keine Mehrheit im fiktiven Stadtrat.

Städte wie Leverkusen spielen eine wichtige Rolle in der Umsetzung des Nationalen Klimaschutzplans der Bundesregierung. Bis zum Jahr 2050 soll der Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß im Vergleich zu 1990 deutschlandweit um 80 Prozent gesenkt werden. „Dabei müssen die Städte mit ihrem Bürgern mithelfen, denn sie verursachen einen großen Teil der klimaschädlichen Gase“, so Britta Demmer, Organisatorin des energieLux-Projektes in dessen Rahmen das Planspiel stattfand. „Demokratische Entscheidungen beruhen auf Mehrheiten und die sind nicht ganz einfach zu bekommen, auch wenn es um unsere gemeinsame Umwelt geht“, erklärte Britta Demmer.

In einer Kommune sei der Klimaschutz eng verwoben mit vielen anderen Aufgaben wie Wohnungsbau und Verkehrsinfrastruktur, erklärte Oberbürgermeister Uwe Richrath den Schülerinnen und Schülern. „Man muss viele Zwänge und Interessen berücksichtigen, um zu einem realistischen Ergebnis zu kommen“. Oft seien es Kompromisse. Oberbürgermeister Uwe Richrath habe gerne die Räumlichkeiten für das Planspiel zu Verfügung gestellt. „Denn ich finde es wichtig, dass junge Menschen wie ihr politische Entscheidungsstrukturen kennenlernt und euch einmischt, denn es geht um eure Zukunft“.

Hintergrund: energieLux -  Klimaschutz in Leverkusener Schulen und Kindergärten
Die Klimakonferenz findet im Rahmen des Projektes energieLux– Energiesparen in Leverkusener Schulen und Kindergärten“ statt. 28 Schulen und 12 Kindergärten nehmen an dem städtischen Projekt teil. Weitere Informationen unter www.energieLux.de


22.777 Klimameilen für Klimakonferenz kommen aus Leverkusen

In Leverkusen waren wieder kleine Klimaschützer unterwegs: Von April bis November 2018 wurden in vier Kindergärten und sechs Schulen grüne Klimameilen gesammelt: Jeder Weg, der zu Fuß, mit dem Roller, dem Fahrrad oder mit dem Bus zurückgelegt wurde, zählt symbolisch für eine grüne Meile. Die Leverkusener Kinder wurden am Dienstagmorgen von Marc Adomat, Schuldezernent der Stadt Leverkusen in der Thomas Morus Grundschule für 22.777 Klimameilen geehrt. „Mobil sein ist sehr wichtig in unserem Leben, aber es darf nicht immer mit dem Auto sein. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder aber mit dem öffentlichen Nahverkehr ist jeder viel klimafreundlicher unterwegs“, so Adomat.


Zusammen mit den grünen Meilen aus anderen europäischen Städten werden die Leverkusener Meilen der Kinder auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Katowice, Polen (3. -14.12.2018) an die Politiker überreicht. Allein in Deutschland sind dieses Jahr über 80.000 TeilnehmerInnen aus mehr als 500 Einrichtungen gemeldet. Auch in Österreich, Italien, Polen, Mazedonien, Weißrussland und den Niederlanden sind zahlreiche Einrichtungen mit dabei. Es ist ein Zeichen dafür, dass auch die Kleinsten sich schon aktiv für das Klima und ihre Zukunft einsetzen. „Nach den erfolgreichen Verhandlungen von Paris 2015 geht es dieses Jahr vor allem darum, das so genannte „Regelbuch“ zu verabschieden. In diesem sind konkrete Maßnahmen für die Staaten festgelegt, um die Klimaveränderung zu stoppen“, erklärte Britta Demmer vom NaturGut Ophoven.

Alle Einrichtungen nehmen am städtischen Projekt „energieLux - Klimaschutz an Leverkusener Schulen und Kindergärten“ teil, das vom NaturGut Ophoven koordiniert wird. „Die Kinder werden immer sensibler und möchten sich für eine lebenswerte Zukunft stark machen. Die Thomas-Morus-Schule hat sich mit 6010 Meilen besonders angestrengt, da sie die Aktion gleich zwei Wochen lang durchgeführt haben. Aber auch die GGS Im Kirchfeld mit 4175 grünen Meilen und die GGS Opladen mit 3972 grünen Meilen, sowie die GGS Kerschensteinerstraße, die Hans-Christian-Andersen-Schule, GGS Erich-Klausener und die Kitas Nikolaus-Groß-Straße, Dhünnstraße 12c, Sandstraße und Hans-Schlehan-Straße haben fleißig Klimameilen gesammelt.

Hintergrund:
Seit 2002 sammeln Kindergarten- und Schulkinder in aller Welt grüne Meilen für das Weltklima, neun europäische Länder nehmen in diesem Jahr an der Klimameilen-Aktion teil. Leverkusen ist in diesem Jahr das zehnte Mal dabei. Weitere Infos: www.kindermeilen.de.

Regenbogenschule setzt auf Papiersparen und Recyclingpapier

Rund 250 kg Papier verbraucht jeder Deutsche pro Jahr. Das ist zu viel, fanden die Schülerinnen und Schüler der Regenbogenschule. Eine Woche lang haben sie deshalb ihren Kopierer „in den Urlaub geschickt“, um festzustellen wie es ist, ohne Arbeitsblätter zu lernen. „Wir haben allein durch diese Aktion viele Blätter Papier eingespart“, erklärte Marianne Ackermann, Lehrerin an der Regenbogenschule.  

Im Rahmen des städtischen Projekts „energieLux - Klimaschutz an Leverkusener Schulen und Kindergärten“ will die Schule Lehrer und Schüler motivieren, Ressourcen einzusparen. Bereits zum dritten Mal hat die Einrichtung auf den Kopierer verzichtet. In diesem Jahr sogar ein Woche lang. „Es wurde auch nicht vorkopiert, denn die Schülerinnen und Schüler hatten die Anweisung kopierte Arbeitsblätter zurückzuweisen“, erklärte Ackermann.

Nicht nur den Schülern auch den Lehrern machte die symbolische Aktion fürs Papiersparen Spaß: „Anstatt in den Pausen vor dem Kopierer Schlange zu stehen, genossen die Lehrerinnen und Lehrer ihre Zeit im Lehrerzimmer um auszuruhen oder sich zu unterhalten“, erklärte Marianne Ackermann. Als Alternative zum kopierten Arbeitsblatt nutzten die Kollegen im Unterricht die Tafel oder das Buch.

Wie wichtig das Papiersparen ist: Deutschland importiert ca. 80 Prozent seines Zellstoffes für die Papierindustrie. Das ist in Sachen Natur ein riesiges Problem. Denn die Hauptlieferanten dafür sind Schweden, Finnland, Brasilien, Kanada, Spanien und Portugal. Auch aus den Urwäldern Russlands gelangen Faserstoffe zu uns. Nicht alles stammt aus zertifizierten Papierplantagen und wird wieder aufgeforstet. Die Regenwaldstiftung OroVerde schätzt, dass nach wie vor rund 20 Prozent der Holzfasern aus Urwäldern stammen und unkontrolliert und unwiederbringlich entnommen werden.

Deutschland ist Recyclingweltmeister in Sachen Papier
Papier kann bis zu 6 Mal recycelt werden. Erst dann sind die Papierfasern so kurz, dass sie nicht mehr verwendet werden können. Aus dem recycelten Papier lässt sich hervorragend neues Papier herstellen. Das 100 Prozent recycelte Papier ist in Deutschland für jeden Bürger leicht zu erkennen, denn es ist mit dem „Blauen Engel“ gekennzeichnet. So kann jeder allein mit dem Kauf seines Papieres leicht die Wälder dieser Erde schützen.

Marianne Ackermann bestellt beim Memo-Verlag, ein Versandhandel für Recycling- Bürobedarf die recycelten Schulheft klassenweise. „Der Verlag liefert kostengünstig und unkompliziert“, so Marianne Ackermann. Bezahlt werde das Material vom Förderverein, in den die Eltern zu Beginn des Schuljahrs einzahlen. „Das ist eine win-win Situation“, sagt die Lehrerin. „Denn die Eltern haben nicht die Arbeit ständig neue Hefte zu kaufen und ich brauche den Kindern nicht hinterherzulaufen, wenn ihre alten Hefte voll sind“. Das könne unter Umständen bis zu drei Wochen dauern, bis die Kinder bzw. Eltern reagieren.

In Schulen werden nach Angaben von Recycling-Initiativen pro Jahr bis zu 200 Millionen Schulhefte benutzt, davon sind schätzungsweise nur fünf bis zehn Prozent aus recyceltem Papier. Also gibt es da noch sehr viel Potential.

Bestellung von umweltfreundlichen Unterrichtsheften z.B. unter: www.memo.de.

Jeder Tropfen zählt. Wassertag an der GGS Hans-Christian-Andersen

 
Am 9. Mai stand der Schultag an der Hans-Christian-Andersen Schule in Hitdorf im Zeichen des Wassers. Das E-Team der Schule hatte mit Plakaten und Lautsprecherdurchsagen und Klassenbesuchen auf den Tag aufmerksam gemacht. Die Idee entstand, weil schon des Öfteren laufende Wasserhähne an der Schule entdeckt wurden. Um dieser Wasserverschwendung entgegenzuwirken, planten die Energiesprecher über einen Zeitraum von ca. 10 Wochen diesen Aktionstag.



Neben Infos über unseren täglichen Wasserverbrauch sollten Quizfragen die Schülerinnen und Schüler anregen über die wichtige Ressource nachzudenken. Über den Schullautsprecher schallten bereits in der 1. Stunde des Aktionstages drei Aufgaben:
1. Schätze wie viel Wasser im Laufe eines Tages aus dem Schlauch tropft!
2. Sage den Energiesprecherteams in der ersten Hofpause drei Wasserspartipps und du erhältst als Belohnung Gummibärchen!
3. Achte in der Schule und Zuhause auf einen bewussten Umgang mit unserem Wasser!

Hausmeister Herr Intven stellte die Wassermenge, die aus dem Schlauch tropfte so ein, dass im Laufe von 24 Stunden ca. 30 l Wasser ins Aquarium tropfte. "Ich fand es interessant zu sehen, wie viel Wasser verschwendet wird, wenn der Wasserhahn tropft," stellt Annika aus der 3b erstaunt fest. Einige Schülerinnen und Schüler kontrollierten daraufhin alle Toiletten und Klassenräume. "Erstaunlich war auch, dass an dem ganzen Tag fast kein Wasserhahn tropfte!"  erklärte Philip aus der 4a. Natürlich wurde dieses Wasser nicht entsorgt, sondern noch zum Blumen gießen verwendet. Während des ganzen Tages fanden sich immer wieder viele Beobachter mit kreativen Schätzideen und Rechnungen vor dem Aquarium zusammen.

In der 1. Pause war dann auf dem Schulhof ein ganz anderes Treiben als sonst vorzufinden. Die gesamte Schülerschaft verteilte sich in Trauben um die mit Lichtschutzwesten versehenen Energiesprecher und bombardierten diese mit Wasser-Spar-Tipps, um dann mit Gummibärchen belohnt zu werden. Manch findiger Schüler stellte sich gleich mehrfach an. Für die vielen durchdachten und kreativen Lösungen der Schätzaufgabe erhielt jeder Schüler ein Wassereis. Die Aktion hat den Kindern gut gefallen. Schätzaufgaben inklusive Belohnung sind gut angekommen und das Ziel der Aktion wurde erreicht:  "Durch den Wasser-Tag hat man gelernt, Wasser zu sparen!" (Philip, 4a).

Eine goldene Zeitschaltuhr für die fleißigsten Klimaschützer

28 städtische Schulen und 9 Kindertagesstätten haben sich im vergangenen Schuljahr am städtischen Projekt „energieLux - Klimaschutz in Leverkusener Schulen und Kindergärten“ beteiligt. Zum fünften Mal zeichneten die Kooperationspartner Stadtverwaltung und Förderverein NaturGut Ophoven die Einrichtungen aus, die sich am fleißigsten für den Klimaschutz eingesetzt und Kosten gespart haben. Dazu gehört nicht nur das Energiesparen, sondern auch das Mülltrennen und -vermeiden. Denn auch damit können Kosten und CO2 eingespart werden.

Oberbürgermeister Uwe Richrath überreichte am Mittwochmorgen in der Astrid-Lindgren-Schule die „vergoldeten“ Zeitschaltuhren an die drei Sieger. Den ersten Platz belegte die GGS Astrid-Lindgren aus Mathildenhof. Die Schülerinnen und Schüler waren besonders fleißig das Klima zu schützen. Bei einem Klimafrühstück achteten sie darauf, dass möglichst alle Nahrungsmittel aus der Region stammten und möglichst wenig Müll produziert wurde. In einer Temperaturmesswoche schafften sie die Voraussetzung, um die Heizung richtig einzustellen und eine Müllanalyse zeigte, wo besser getrennt und welcher Müll vermieden werden konnte. In Folge tauschten sie einen großen, grauen Restmüllcontainer (1100 Liter) gegen einen Kleinen (770 Liter).

Eine weitere goldene Zeitschaltuhr erhielt die Hans-Christian-Andersen Schule aus Hitdorf. Auch sie sammelte fleißig Aktionspunkte beim Energiesparen und tauschte einen großen gegen einen kleinen Restmüllcontainer aus. Die Gesamtschule Schlebusch reduzierte sogar eine große Restmülltonne, was der Stadt jährlich 2860 Euro einspart.

„Klima- und Ressourcenschutz wird immer wichtiger für uns. Ich bin froh, dass Leverkusen mit dem Energie- und Müllsparprojekt „energieLux“ dafür sorgt, dass bereits an Schulen und Kindergärten das Thema aufgegriffen und praktisch umgesetzt wird“, so Oberbürgermeister Richrath. „Ich freue mich über das große Engagement der Kinder, die den Klimaschutz ernst nehmen und sich für eine lebenswerte Zukunft stark machen.“

Im Juni 2012 wurde das Energiesparprojekt eingeführt, das umweltpädagogische Aktivitäten genauso belohnt wie nachgewiesene Sparergebnisse. Für beide Anstrengungen wird eine Prämie vergeben. Die drei Einrichtungen, die besonders viele Aktionen zum Klimaschutz und Mülltrennen und -vermeiden durchgeführt haben, erhalten neben ihrer energieLux-Prämie noch 500 Euro extra.

„Die teilnehmenden Schulen und Kindergärten haben im Durchschnitt 1 Prozent beim Stromverbrauch und der Heizenergie eingespart. Das ist ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Kinder bereits seit fünf Jahren dabei sind, so viel Energie und Ressourcen zu sparen wie möglich. Irgendwann haben wir die Obergrenze erreicht“, so Britta Demmer vom NaturGut Ophoven, dann gelte es, das Niveau zu halten. Das Umweltzentrum koordiniert das Projekt und führt pädagogische Maßnahmen in den Schulen und Kindergärten durch.

In den nächsten Monaten will das energieLux-Projekt verstärkt das Thema „Wasser“ angehen. Denn die Verbräuche steigen stetig, so Norbert Plaga, von der Gebäudewirtschaft Leverkusen. Woran das genau liegt, sollen die Energiesprecher gemeinsam mit dem Hausmeister der Schulen herausfinden und Gegenmaßnahmen überlegen. In allen Klassen werden bspw. Energiesprecher gewählt und geschult. Sie achten darauf, dass richtig und effizient gelüftet wird, und das Licht nur dann angeschaltet werden soll, wenn es wirklich nötig ist. So genannte E-Teams spüren gemeinsam mit dem Hausmeister Energielecks im Gebäude auf und während einer Temperaturmesswoche überprüfen die Schulen und Kindergärten, ob die Heiztemperatur 20 Grad Celsius nicht übersteigt.

Über fünf Millionen Euro gibt die Stadt jährlich dafür aus, Schulen, Kindergärten und die Verwaltungsgebäude mit Strom zu versorgen und zu heizen. „Mit Aktionen und Schulungen wollen wir Schüler, Lehrer, Kindergartenkinder und Erzieher für das Thema Energiesparen sensibilisieren und ihnen zeigen, wie sie in ihrem Alltag zum Klimaschutz beitragen können“, so Britta Demmer.

30.000 Klimameilen für Klimakonferenz kommen aus Leverkusen

In Leverkusen waren wieder kleine Klimaschützer unterwegs: Von April bis November wurden in 7 Kindergärten und 10 Schulen grüne Klimameilen gesammelt: Jeder Weg, der zu Fuß, mit dem Roller, dem Fahrrad oder mit dem Bus zurückgelegt wurde, zählt symbolisch für eine grüne Meile. Die Leverkusener Kinder wurden am Dienstagmorgen von Marc Kretkowski, Geschäftsführer der wupsi für genau 30.000 Klimameilen geehrt. “Mobil sein ist sehr wichtig in unserem Leben, aber es muss nicht immer per Auto sein.“ Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder aber mit dem öffentlichen Nahverkehr sei man viel klimafreundlicher unterwegs, so Kretkowski.

Zusammen mit den grünen Meilen aus anderen europäischen Städten werden die Leverkusener Meilen sowie die Wünsche und Forderungen der Kinder auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Bonn (6. -19.11.2017) an die Politiker überreicht. Es ist ein Zeichen dafür, dass auch die Kleinsten sich schon aktiv für das Klima und ihre Zukunft einsetzen. „Nach den erfolgreichen Verhandlungen von Paris vor zwei Jahren geht es dieses Jahr vor allem darum das neue Klimaabkommen zu konkretisieren und die Umsetzung einzuleiten. Damit die Klimapolitiker dies auch nicht vergessen, wollen wir sie mit den Grünen Meilen der Kinder nochmals deutlich daran erinnern“, erklärte Britta Demmer vom NaturGut Ophoven.

Alle Einrichtungen nehmen seit vier Jahren am städtischen Projekt „energieLux- Klimaschutz an Leverkusener Schulen und Kindergärten“ teil, das vom NaturGut  koordiniert wird. „Die Kinder werden immer sensibler und möchten sich für eine lebenswerte Zukunft stark machen. Die Waldschule, die Thomas-Morus-Schule, die Astrid-Lindgren-Schule, die Kerschensteinerschule, die GGS Opladen, die KGS In der Wasserkuhl, die KGS Im Kirchfeld, die Hans-Christian-Andersen-Schule, GGS Erich-Klausener, KGS Don Bosco, Regenbogenschule, GGS Im Kirchfeld und die Kitas Nicolaus-Groß-Straße, Werner Heisenberg, Reuschenbergerstraße, Oulustraße, Dhünnstraße 12c, Elbestraße und Hans-Schlehan-Straße haben fleißig Klimameilen gesammelt. Die wupsi unterstützt die Aktion und lädt die Klimasprecher der Schulen zu einem „Blick hinter die Kulissen“ bei der wupsi ein.

Hintergrund:
Seit 2002 sammeln Kindergarten- und Schulkinder in aller Welt grüne Meilen für das Weltklima, 9 europäische Länder nehmen in diesem Jahr an der Klimameilen-Aktion teil. Leverkusen ist in diesem Jahr das neunte Mal dabei. Weitere Infos: www.kindermeilen.de 
 

Klimakonferenz in Leverkusen

Am Mittwoch drehte sich im Rathaus alles um das „Klima“ aus Anlass der Welt-Klimakonferenz in Bonn (6.-19.11.2017). 81 Schülerinnen und Schüler der Realschule am Stadtpark, des Landrat-Lucas-Gymnasiums und des Lise-Meitner-Gymnasiums erarbeiten im Rahmen eines Planspiels wie CO2 und andere Treibhausgase im Bereich Mobilität, Wirtschaft und Verwaltung in Leverkusen reduziert werden können.

Sie schlüpften in die Rolle verschiedener politischer Fraktionen, die den Leverkusener Ratsfraktionen recht verwandt waren und nahmen den Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz unter die Lupe, den der Leverkusener Rat im Sommer verabschiedet hatte. Unterteilt in Fraktionen erarbeiteten sie zunächst Änderungsvorschläge und suchten Verbündete in anderen Parteien. „Es ist gar nicht so einfach Koalitionen zu finden“, meinte die 16jährige Alida aus dem Landrat-Lucas-Gymnasium. „Es war cool zu sehen, dass man kooperieren muss, wenn man eine Sache durchbringen will.“ Denn am Ende wurde in einer fiktiven Ratssitzung, an der auch Oberbürgermeister Uwe Richrath teilnahm, über den neuen Maßnahmenkatalog abgestimmt.

Demokratische Entscheidungen beruhen auf Mehrheiten und die sind nicht ganz einfach zu bekommen. Diese Erfahrung machte auch Fredrik aus der Realschule am Stadtpark. Er gehörte der Fraktion der Sozialen Demokraten an. Ein Antrag für den er eingetreten war, kam im Plenum nicht durch. „Wir haben beantragt, den Öffentlichen Nahverkehr auszubauen und die Tarife zu reduzieren, damit mehr Leverkusener Bürger den ÖPNV nutzen“. Außerdem forderten sie, dass die Busse und Bahnen elektrifiziert und ausschließlich mit Erneuerbarer Energie betrieben werden. Das war den anderen Fraktionen zu teuer. Mit 36 Ja-Stimmen, 24 Nein-Stimmen und 20 Enthaltungen wurde der Antrag abgelehnt.

Oberbürgermeister Uwe Richrath hatte gerne die Räumlichkeiten für das Planspiel zu Verfügung gestellt. „Ich finde es wichtig, dass junge Menschen politische Entscheidungsstrukturen kennenlernen und sich einmischen, denn es geht ja schließlich um eure Zukunft“, sagte er den Teilnehmern. Gespannt sei er auf die Ergebnisse des Klima-Planspiels. Sehr anschaulich erklärte er den interessierten Jugendlichen, dass Klimaschutz in der Stadt mit vielen anderen Aufgaben wie Wohnungsbau und Verkehrsinfrastruktur eng verwoben sei und man viele Zwänge und Interessen berücksichtigen muss.

Sonja Fasbender und Britta Demmer, Organisatorinnen des Planspiels, waren begeistert von dem Engagement der Schüler für das Thema Klimaschutz in Leverkusen und der Disziplin viereinhalb Stunden intensive Gespräche zu führen, zu beraten und abzustimmen.
Eine geplante Maßnahme, die die meiste Zustimmung erhielt war der Ausbau des Elektromobilität und des Carsharings mit dem Modellprojekt „E-Car-Sharing“. Aber nur unter der Voraussetzung, dass die Energie für die Betreibung der Ladeinfrastruktur aus Erneuerbaren Energien stammt. „Denn wir müssen ja von Kohle und Atom wegkommen um eine sicher Zukunft zu haben“, so der 15jährige Thobias aus der Realschule am Stadtpark.